Was kostet ein Carport aus Holz? – Preise ehrlich erklärt vom Zimmermeister

„Was kostet mich das ungefähr?“ – Diese Frage steht am Anfang jedes Gesprächs mit einem neuen Kunden. Ich schätze Ehrlichkeit mehr als Lockangebote, deshalb erkläre ich in diesem Artikel transparent, welche Faktoren den Preis eines Holz-Carports bestimmen und warum Angebote im Internet oft nicht das halten, was sie versprechen.

Grobe Orientierung: Was kostet ein Holzcarport?

Als Richtwert aus der Praxis – inklusive 14er BSH-Pfosten (14×14 cm), Trapezblech und Befestigungsmaterial, ohne Montage:

Carport-Typ Preis (inkl. 14er Pfosten, Trapezblech & Befestigungsmaterial, ohne Montage)
Einzelcarport (3×5 m), Pultdach, Fichte BSH ca. 4.500–5.500 €
Doppelcarport (6×5 m), Pultdach, Fichte BSH ca. 6.900 €
Doppelcarport (6×6 m), Satteldach, Lärche BSH auf Anfrage
XXL-Carport für Wohnmobil (4×8 m), Pultdach auf Anfrage
Montage durch Zimmermeisterbetrieb auf Anfrage
Hinweis: Diese Preise gelten für Meisterbetrieb-Qualität mit statischem Nachweis, BSH-Holz und 14×14 cm Pfosten. Die Montage wird separat angeboten – sprich uns an.

Was treibt den Preis nach oben?

1. Das Holz: Fichte vs. Lärche

Brettschichtholz (BSH) aus Fichte ist der Standard im Carportbau. Es hat eine hohe Festigkeit, ist gut verfügbar und kosteneffizient. BSH aus Lärche ist witterungsbeständiger von Natur aus und optisch wärmer – kostet aber ca. 30–40 % mehr im Material.

2. Die Dachform

Das Pultdach (meist 3–7° Neigung) ist die wirtschaftlichste Lösung: weniger Holz, einfachere Statik, schnellere Montage. Das Satteldach braucht mehr Material, einen First und eine aufwendigere Zimmermannsarbeit – ist aber optisch hochwertiger und passt besser zu vielen Bestandsgebäuden.

3. Das Fundament

Oft unterschätzt. Es gibt grundsätzlich zwei Optionen:

  • Einzelpunktfundamente: Je Stütze wird ein Fundament betoniert (ca. 40×40×80 cm). Günstig, ausreichend für normale Verhältnisse.
  • Streifenfundament: Bei weichem Untergrund, Hanglage oder hohen Windlasten nötig. Deutlich aufwendiger, aber statisch überlegen.
  • Einzelpunktfundamente (6 Stützen): ca. 600–1.200 €
  • Streifenfundament: ca. 1.500–3.000 € – wird oft unterschätzt

Diese Arbeiten übernimmt in der Regel ein Erdbauspezialist; wir als Zimmerei koordinieren das gerne.

4. Dacheindeckung

Die günstigste und bewährteste Lösung beim Holzcarport ist die Trapezblech-Eindeckung (verzinkt oder farbig beschichtet). Alternativ: Bitumenbahn, Hohlkammerplatten (Polycarbonat) oder Dachziegel – je nach Optik und Anspruch.

5. Hanglage und Sonderkonstruktionen

Bauen auf einem geneigten Grundstück bedeutet: längere Stützen auf einer Seite, möglicherweise Unterkonstruktionen, Laserscanning für die exakte Bestandsaufnahme. Das ist handwerklich anspruchsvoller und schlägt sich im Preis nieder.

Was kostet ein Carport komplett – mit Montage?

Zur Orientierung: Wer einen Carport schlüsselfertig möchte, sollte folgende Richtwerte einplanen:

Carport-Typ Komplettpreis inkl. Montage
Einzelcarport 3×5 m ca. 7.000–9.000 €
Doppelcarport 6×5 m ca. 9.000–12.000 €
Sondergrößen / Hanglage ab 12.000 €
Hinweis: Diese Komplettpreise beinhalten Material, Planung, statischen Nachweis und Montage. Fundament und Baugenehmigung (falls erforderlich) kommen je nach Situation hinzu.

Warum Online-Bausätze oft nicht günstiger sind

Ein Carport-Bausatz aus dem Internet käme vielleicht auf 2.000–3.000 €. Dazu kommen aber:

  • Montage (selbst mit Helfer, oder Monteur beauftragen)
  • Kein statischer Nachweis (bei Versicherungsfall problematisch)
  • Holzqualität oft KVH statt BSH – geringere Festigkeit
  • Kein Ansprechpartner bei Problemen

Bei uns bekommst du stattdessen:

  • Deutlich stabilere Ausführung nach Statik – höhere Querschnitte, geprüft und nachgewiesen
  • Alle Stäbe gezapft – klassische Zimmermannsverbindungen statt Schraubmontage
  • Individuell anpassbar auf dein Grundstück – Hanglagen, Sondermaße, besondere Situationen kein Problem

Am Ende lägen die tatsächlichen Gesamtkosten oft nur 15–20 % unter dem Angebot eines Zimmermeisters – ohne die Sicherheit und Gewährleistung.

Braucht ein Carport eine Baugenehmigung?

In Bayern sind Carports bis ca. 75 m³ Brutto-Rauminhalt in der Regel genehmigungsfrei – müssen aber trotzdem die Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze einhalten. In anderen Bundesländern gelten teils andere Grenzen (oft 30–50 m² Grundfläche). Wir klären das im Zuge des Angebots gerne mit – so gibt es später keine Überraschungen. Mehr dazu in unserem ausführlichen Ratgeber zur Baugenehmigung in Bayern.

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