Fichte oder Lärche für den Carport? – Ein Zimmermeister erklärt den Unterschied

Wer sich mit uns über einen Holz-Carport unterhält, stellt früher oder später die Frage: „Fichte oder Lärche – was ist besser?“ Es gibt keine pauschale Antwort, aber es gibt klare fachliche Kriterien. Als Zimmermeister erkläre ich dir, worin sich die beiden Holzarten wirklich unterscheiden – jenseits von Marketing und Bauchgefühl.

Kurz vorab: Wovon reden wir?

Im professionellen Carportbau verwenden wir ausschließlich Brettschichtholz (BSH) – kein Vollholz, kein KVH. BSH besteht aus mehreren verleimten Holzlagen und ist deutlich formstabiler, tragfähiger und für den Außenbereich geeigneter als einfaches Konstruktionsvollholz.

BSH gibt es sowohl aus Fichte als auch aus Lärche. Beide haben ihre Berechtigung – aber für unterschiedliche Situationen.

Fichte BSH – der bewährte Allrounder

Fichte ist das meistverwendete Nadelholz im deutschen Holzbau. Und das aus gutem Grund:

  • Rohdichte: 430–470 kg/m³ (trocken) – leicht, aber tragfähig
  • Festigkeit: Sehr gute Biege- und Druckfestigkeit, in Festigkeitsklasse GL 24h (BSH) für alle gängigen Carport-Spannweiten ausreichend
  • Dauerhaftigkeitsklasse: Klasse 4 nach EN 350 (Kernholz) – wenig dauerhaft bei dauerhafter Feuchtigkeit; Splintholz beider Arten gilt als Klasse 5
  • Preis: Günstigste Option, gute Verfügbarkeit aus regionalen Sägewerken

Die Dauerhaftigkeitsklasse 4 klingt zunächst alarmierend – ist es aber nicht, wenn man den Carport richtig konstruiert. Holz, das nicht dauerhaft nass würde und gut hinterlüftet ist, hielte auch als Fichte Jahrzehnte. Entscheidend ist die konstruktive Durchplanung: Wasserabführung am Sparren, kein Hirnholzkontakt mit Wasser, ausreichender Überstand am Dach.

Lärche BSH – der Naturprofi

Lärche ist die natürlich dauerhafteste einheimische Nadelbaumart. Sie enthält von Natur aus Lärchenharz und Polyphenole, die Pilzbefall und Fäulnis hemmen:

  • Rohdichte: 550–590 kg/m³ (trocken) – ca. 20–30 % schwerer als Fichte
  • Festigkeit: Höhere Biegesteifigkeit, in GL 28h klassifiziert möglich – geringere Querschnitte bei gleicher Last möglich
  • Dauerhaftigkeitsklasse: Klasse 3 nach EN 350 (Kernholz) – mäßig bis dauerhaft, auch bei wechselfeuchten Bedingungen
  • Preis: Ca. 30–45 % teurer als Fichte BSH im Material
  • Optik: Warmbrauner Farbton, graut mit der Zeit silbergrau – sehr edel

Der direkte Vergleich

Eigenschaft Fichte BSH Lärche BSH
Dauerhaftigkeitsklasse (Kernholz, EN 350) 4 – wenig dauerhaft 3 – mäßig dauerhaft
Natürlicher Harzgehalt Eher gering Deutlich höher (pilzhemmend)
Rohdichte (trocken) 430–470 kg/m³ 550–590 kg/m³
Preis (BSH) Standard +30–50 %
Oberflächenbehandlung außen Praktisch notwendig (Lasur/Öl) Technisch nicht zwingend, aber empfohlen
Typische Lebensdauer außen 20–40 Jahre 40–60+ Jahre
Praxis-Hinweis: Die Lebensdauer beider Holzarten hängt stark vom konstruktiven Holzschutz ab – Dachüberstand, kein Hirnholzkontakt mit Wasser, Abstand zum Boden und ausreichende Hinterlüftung sind entscheidender als die Holzart allein.

Fazit

Fichte BSH ist die richtige Wahl, wenn das Budget zählt und die Konstruktion solide durchgeplant ist. Lärche BSH ist die bessere Wahl, wenn du maximale Langlebigkeit ohne Pflegeaufwand willst – und bereit bist, mehr zu investieren. In beiden Fällen gilt: Die Qualität steckt nicht allein im Holz, sondern in der handwerklichen Ausführung und der konstruktiven Durchdenkung.

Du möchtest wissen, was für deinen konkreten Standort und deine Vorstellungen sinnvoll ist? Schreib uns – wir beraten dich gern.

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